Neulich im Autorenparadies – Folge 1

Mit Preisen für freie DramatikerInnen siehts eher apokalyptisch aus – eine kurze Übersicht

(fk) Gelegentlich ist von paradiesischen Verhältnissen die Rede, wenn es um die vielbeschworene Fördervielfalt für Neue Dramatik geht. Hörthört. Wie aber siehts denn nun eigentlich aus im Autorenparadies? Wir fanden genau 3 (drei) aktuelle Möglichkeiten für nicht verlagsgebundene AutorInnen, Stücke zu Wettbewerben einzureichen.

Da ist zuerst der Leonhard-Frank-Preis (Einsendeschluss: 31.1.09, AutorInnen bis 35 Jahre, siehe Beitrag hier vom 31.7.08), dann der Kleist-Förderpreis für junge Dramatik (die Ausschreibung für 2009 ist laut Auskunft des Kleist-Forums in Frankfurt noch nicht verfügbar) sowie der Berliner Stückemarkt 2009 (s. a. dramablog vom 21.10.08).

Der Grabbe-Preis in Detmold wird wegen eines kompletten Rückzugs der Stadt aus der Finanzierung seit 2004 nicht mehr vergeben. Christian Katzschmann, Chefdramaturg am Landestheater in Detmold, sieht in der Abschaffung des Preises eine “Provinzposse” und verweist auf Konflikte innerhalb der abgelösten Jury. Die Vertreter der Stadt hätten die Qualität von jungen Autoren, die unterdessen Inszenierungen ihrer Stücke u.a. am Wiener Burgtheater erlebten, nicht immer erkannt. Hans-Hermann Jansen, der Geschäftsführer der Grabbe-Gesellschaft, stellt eine erneute Ausschreibung des Preises für 2010 in Aussicht. Derzeit werde mit einer Bank (!) über ein privates Sponsoring des Preisgeldes (Euro 5.000,-) verhandelt, mit dem dann wieder herausragende dramatische Erstlingswerke gefördert werden sollen. Wir drücken die Daumen (auch mit Blick auf die wünschenswerte Wiederbeschäftigung von Ex-Juror Martin Linzer). Der mit 10.000,- Euro verhältnismäßig üppig dotierte Lenz-Preis der Stadt Jena soll im nächsten Jahr nach dreijähriger Pause wieder vergeben werden, so Andrea Hesse vom Theaterhaus Jena, noch liege aber keine Ausschreibung vor. – Die Apfelbäumchen stehen weit im Autorenparadies, scheint uns. Für ergänzende Hinweise sind wir dankbar.

2 Reaktionen zu “Neulich im Autorenparadies – Folge 1”

  1. fk

    Korrektur: Katarina Schmitt erhielt 2006 zuletzt den Lenz-Preis der Stadt Jena für ihr Stück “Knock out”, das Preisgeld betrug nur mehr 4.000,- Euro.

  2. fk

    Ergänzung: Hier gehts zum Ausschreibungstext des gerade neu eingerichteten Münchner “Förderpreis für neue Dramatik” (Zielgruppe: junge AutorInnen ohne Verlag, Altersbeschränkung, Euro 15.000,- Preisgeld insgesamt, Frist: 31.3.2009)

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