oil on canvas

8. Februar 2013

(fk) eine lange bahnfahrt zum augsburger brechtfestival – anlass für einen ausflug in ein anderes genre, damit es nicht langweilig wird.

es gibt einen mit öffentlichen mitteln ganz ordentlich geförderten theatermarkt. und es gibt einen markt für bildende kunst, der nur teilweise auf subventionen (für museen, stipendien, förderprojekte etc.) angewiesen ist, der andererseits sehr puren marktwirtschaflichen regeln gehorcht, dessen teilnehmer u.a. galeristen und mehr oder weniger finanzkräftige sammler sind. dies ermöglicht einzelnen marktteilnehmern bekanntermaßen phantastische honorare, provisionen und spekulationsgewinne. in russland ist für ein neureiches, repräsentationsbedürtiges kunstpublikum in den letzten jahren sogar ein eigener kunsttrend erfunden worden, berichtete kürzlich ein sehenswerter arte-beitrag. welche lehren sind aus diesen mechanismen für den theaterbereich möglicherweise zu ziehen, speziell mit blick auf die notorisch klamme autorensituation? im folgenden also der versuch, pferdeäpfel mit glühbirnen zu vergleichen:
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sieben bahnfahrtnotizen aus der unruhezone neuer dramatik

5. Januar 2013

(der artikel entstand für den nachtkritikblog zum heidelberger stückemarkt 2012, zweitverwertung hier mit freundlicher genehmigung von nachtkritik – fk)

1) vermutlich wurden noch nie so viele und gleichzeitig so unterschiedlich angelegte texte fürs theater geschrieben wie heute. drama, literarisches schauspiel, performancetext, undialogische textfläche, dialogisches zeitstück und didaktisches problemstück, literarisches postdrama, dokudrama, dokufiktionales stück, dramatisches poem u.v.a.m. – die ansätze divergieren extrem, die genres durchdringen einander, jede form, jeder inhalt ist möglich, legitim, auszuhalten. nie war das angebot an literarischen vorlagen für die bühne lebendiger, reicher und unüberschaubarer. und noch immer findet die überwiegende zahl dieser texte auf der bühne nicht oder allzu flüchtig statt. die spielpläne spiegeln die vielfalt des geschriebenen nur ausschnittweise wieder. woran liegt das?
2) regietheater beansprucht autorenschaft. damit nicht genug: regietheater arbeitet seine positionen überwiegend in der auseinandersetzung mit kanonisierten vorlagen heraus. das ist autorenseitig als herausforderung anzunehmen. starke stücke erweisen sich als widerständig gegenüber starken (wie schwachen) regieverwendungen. sie verlangen und eröffnen szenische phantasien, sie bieten durch ihre struktur, sprache, weltsetzung unausweichlich einen szenisch-poetischen rahmen für spielerische umsetzungen, ohne dabei ihr rätsel zu verlieren.
3) zeitgenössische dramatik steht zuerst in konkurrenz zu shakespeare, goethe, schiller, büchner, ibsen, tschechow, brecht, müller usw. und nicht zu anderen werken zeitgenössischer dramatik. Den ganzen Beitrag lesen »

Neue Runde: Stückemarkt 2011

2. November 2010

Bis zum 1. Dezember 2010 können auch in diesem Jahr wieder neue Stücke für den Stückemarkt des Berliner Theatertreffens eingereicht werden.

Die Ausschreibung richtet sich ausdrücklich auch an nicht-deutschsprachige DramatikerInnen. Der Jury gehören in diesem Jahr der Regisseur Nurkan Erpulat, der Autor und Dramaturg Martin Heckmanns, der polnische Autor und Regisseur Jan Klata, die Freiburger Intendantin Barbara Mundel und Iris Laufenberg (Leiterin des Theatertreffens) an. Den Ausschreibungstext finden Sie hier dokumentiert: Den ganzen Beitrag lesen »

Bewegingskunst

30. Juni 2010

Eine Antwort von Pieter De Buysser (freundlicherweise schnell ins Deutsche gebracht von Uwe Dethier, siehe unten)  – und ein Definitionsversuch.

Allerbeste Frank, Ik deel je zorg dat de mens te vaak in de weg loopt van zijn eigen mooie ideeën. In plaats van dat te betreuren vind ik dat een niet eens zo slechte omschrijving: de mens is degene die ideeën in elkaar vijst om er dan tegenaan te lopen: idee kapot,  gewonde afvoeren, en opnieuw beginnen. Volgens mij een treffender oorsprongsverhaal dan dat van Adam en Eva, die twee hebben toch alleen maar valse verwachtingen geschapen.  Den ganzen Beitrag lesen »

Utopische Enklaven

17. Juni 2010

Eine flämisch-deutsche Sommerabschweifung

Lieber Pieter, „Einfach vortrefflich / all diese großen Pläne: / das Goldene Zeitalter / das Reich Gottes auf Erden / das Absterben des Staates. / Durchaus einleuchtend. / Wenn nur die Leute nicht wären! / Immer und überall stören die Leute. / Alles bringen sie durcheinander. / Wenn es um die Befreiung der Menschheit geht / laufen sie zum Friseur. / (…) Man kann sie doch nicht alle umbringen! / Man kann doch nicht den ganzen Tag auf sie einreden! / Ja wenn die Leute nicht wären / dann sähe die Sache schon anders aus.“ so heißt es in einem Gedicht von Hans Magnus Enzensberger aus den 60er Jahren.

In Deinem Text „Mauervariationen für Anfänger“ (siehe voriger Beitrag) gehen die Leute nach dem Friseur in einen Swingerclub, um dort ihre Körper einzuölen und aneinanderzureiben. Rosa Luxemburg, oder vielmehr das, was von Rosa Luxemburg übrig ist, spaziert in den Club und mischt den Laden auf. Den ganzen Beitrag lesen »

Mauervariationen für Anfänger – von Pieter De Buysser

16. Juni 2010

Wir veröffentlichen hier einen programmatischen Text des flämischen Autors, Theatermachers und Philosophen Pieter De Buysser.

Wir danken Autor und Übersetzer für die freundliche dramablog-Genehmigung .Viel Vergnügen bei der Lektüre:

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Sommerpläne

3. Juni 2010

Die Debatte um den Stellenwert neuer Dramatik hat sich in die Schreibstuben und Dramaturgien verlagert, so scheint es. Die Spielpläne für die nächste Saison sind gemacht. Sehen sie anders aus als in den Jahren zuvor?

PieterDeBuysser4_SarahVanagt2010_dramablogDie Battle-Autoren, deren Aktivitäten wir hier eine Weile begleitet haben, veranstalten munter weiter Leseveranstaltungen im kleinen Kreis. Derweil sorgt eine Jury-Entscheidung in Heidelberg für neues Debattenfutter auf nachtkritik.de. Und für die üblichen, typisch deutschen Blogbeißreflexe.

Wir wollen uns hier nach den strukturellen Auseinandersetzungen der letzten Jahre (UA-Wahn, fehlende Nachhaltigkeit von Autorenförderung, Hausautorenschaften pro und contra, Honorarfragen etc.) eher wieder inhaltlichen Fragen zuwenden. Nach der gewerkschaftlichen nun also vielleicht eine ästhetische Debatte. Zum Start gibt es dazu in Kürze an dieser Stelle ein Stück-Manifest von und ein Interview mit dem flämischen Autor Pieter De Buysser (Foto) zu lesen. Einstweilen viel Sonne wünscht allerseits – fk

Kleist-Förderpreis

3. Juni 2010

Hier die Ausschreibung des Kleist-Förderpreis für junge Dramatik 2011.

Autorinnen und Autoren, die nicht älter als 35 Jahre alt sind, können eine Uraufführung und 7.500,- Euro gewinnen. Vorausgesetzt, das Preisgeld wird nicht unter allen Nominierten aufgeteilt… Hier gehts zum Auschreibungstext auf der Seite der Messe- und Veranstaltungs GmbH Frankfurt (Oder).

Bedingungsloses Grundeinkommen

29. März 2010

(fk) Uns erreicht ein erfreulicher Hinweis auf den in diesem Jahr erstmalig ausgeschriebenen “Stuttgarter Autorenpreis”. Der mit insgesamt 22.500 Euro üppig dotierte Wettbewerb richtet sich an “Dramatikerinnen und Dramatiker, die eine gesellschaftlich relevante politische Idee in einem Bühnenstück verarbeiten” wollen.

Die einzureichenden Stücke sollen in diesem Jahr das Thema “bedingungsloses Grundeinkommen” behandeln. Veranstalter sind das Stuttgarter Theater tri bühne und das Staatstheater Stuttgart. Der Unternehmer und Grundeinkommens-Verfechter Götz Werner hat das Preisgeld gestiftet. Einsendeschluss ist der 15. September 2010. Die (unkomplizierten) Bedingungen, an dieses Autorengrundeinkommen zu gelangen, finden sich hier sowie auf der Homepage des Theaters tri-bühne.

“gutgemeinte, folgenlose aufmerksamkeit”?

20. Januar 2010

- mit diesen lakonischen worten beschrieb die dramatikerin theresia walser anlässlich des symposiums “schleudergang neue dramatik” anfang oktober 2009 den förder-alltag im bereich neue dramatik.

andere perspektiven (unter anderem von moritz rinke, peter michalzik, christine wahl, christine dössel) sowie den verlauf der mehrtätigen veranstaltung dokumentiert eine veröffentlichung der berliner festspiele, die nun auch online zur verfügung steht. hier ist der link. – allen unverzagten stückeschreibern, post- und nichtdramatikern: frohes neues!

Leonhard-Frank-Preis 2010

25. November 2009

Der Leonhard-Frank-Preis 2010 richtet sich an freie Dramatikerinnen und Dramatiker. Eine Verlagsvertretung ist auch bei diesem Preis nicht Voraussetzung für die Teilnahme.

Die Ausschreibung enthält eine thematische Vorgabe – und leider eine Altersbeschränkung. Über Sinn bzw. Unsinn biologischer Kriterien bei der Autorenförderung ist hier und an anderer Stelle schon ausgiebig gestritten worden, wir sparen uns also einen Kommentar und verlinken hier lediglich zum Auschreibungstext des Mainfranken Theater Würzburg. Der Preis ist mit 4.000,- Euro dotiert. Einsendeschluss ist der 31.12.2009.

Offener Wettbewerb für Jugenddramatik

23. November 2009

“Kaas & Kappes”, Käse und Kohl also, heißt das niederländisch-deutsche Kinder- und Jugendtheaterfestival, in dessen Rahmen die Stadt Duisburg einen mit 7.500 Euro sehr ordentlich dotierten Autorenpreis verleiht.

Einsendeschluss ist der 15.12.2009. Hier folgt der vollständige Ausschreibungstext, der sich auch an verlagsungebundene Autorinnen und Autoren richtet: Den ganzen Beitrag lesen »

Zeit, Geld und Nachhaltigkeit

26. Oktober 2009

Eine Berliner Tagung zum Stand der Autorenförderung

Vom 9. bis 11. Oktober fand ein von den Berliner Festspielen organisiertes Symposium zur “Zukunft der zeitgenössischen Dramatik” statt. dramablog hat die Debatte, die zu dieser Veranstaltung führte, mit angestoßen und über zwei Jahre begleitet. Der Theaterkritiker Peter Michalzik fasste die Workshop-Ergebnisse für die Festspiele zusammen. Wir dokumentieren: Den ganzen Beitrag lesen »

Kathrin-Türks-Preis 2010

18. September 2009

Ausschreibung des Landestheater Burghofbühne in Dinslaken für einen Jugendstück Wettbewerb zum Thema “Arbeit” (nur für Autorinnen)

Endlich mal eine schöne Meldung aus dem Bankensektor: Das Landestheater Burghofbühne lobt gemeinsam mit der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe den Kathrin-Türks-Preis 2010 aus. Der Preis wurde 1986 gegründet und ist einer der renommiertesten Jugendtheaterautorenpreise überhaupt. Den ganzen Beitrag lesen »

UdK Berlin sucht angehende TheaterautorInnen

13. August 2009

Der Studiengang “Szenisches Schreiben” der UdK Berlin nimmt wieder Bewerberinnen und Bewerber auf.

Bewerbungszeitraum: 10-26. Oktober 2009. Wir dokumentieren die Ausschreibung der UdK: Den ganzen Beitrag lesen »

Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker 2010

5. August 2009

Der Preis ist mit 7.500,- Euro dotiert. Einsendeschluss ist der 1. November 2009

Auf Nachfrage war seitens des Kleist Forums zu erfahren, dass die Dramaturgische Gesellschaft nicht mehr beteiligt ist. Mit den Ruhrfestspielen habe man einen starken neuen Koproduktionspartner gesucht und gefunden. – Wir dokumentieren hier die aktuelle offizielle Ausschreibung: Den ganzen Beitrag lesen »

dramablog macht durch

8. Juli 2009

zwischenbilanz / zahlen

(fk) unverkennbar ist auch in diesem blog die kommentierende beteiligung allmählich abgeflacht. das ist ein verbreitetes blogphänomen und bei diesem etwas drögen thema nicht weiter verwunderlich. überraschend hoch ist jedoch die aufmerksamkeit, die das thema “neue dramatik” hier im zweiten jahr weiterhin genießt. rein statistisch besehen stellt sich das wie folgt dar:
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“Schleudergang neue Dramatik”

8. Juli 2009

Berliner Festspiele veranstalten Symposium zur Zukunft der zeitgenössischen Dramatik

(Pressemitteilung) Vom 9. bis 11. Oktober 2009 veranstalten die Berliner Festspiele/Theatertreffen in Kooperation mit dem Deutschen Bühnenverein im Haus der Berliner Festspiele ein Symposium zur Zukunft der zeitgenössischen Dramatik. Den ganzen Beitrag lesen »

Stücke mit der Axt gelesen

7. Juli 2009

2. DramaTischTage vom 10. bis 12. Juli in Berlin

Mit einer Reihe von Stücke-Lesungen setzt die Autoreninitiative “Battle-Autoren” am kommenden Wochenende ihre Bemühungen um neue Dramatik Berliner AutorInnen im Theater Eigenreich fort. Den ganzen Beitrag lesen »

Gesellschaftliche Offensivkraft

24. Juni 2009

theater winkelwieseAutorentheater in Zürich: Interview mit Stephan Roppel, Leiter des Theaters an der Winkelwiese

(fk) Biegt man in der Zürcher Altstadt kurz vorm Kunsthaus vom ansteigenden Hirschgraben rechts ab, steht man in einer kleinen Gasse unvermutet vor einem verträumten, parkähnlichen Garten und der klassizistischen Villa Tobler. In diesem schicken Ambiente hat das Theater an der Winkelwiese sein Domizil, das seit Anfang 2003 von Stephan Roppel geleitet wird. Seit den 50er Jahren wird hier in Rufweite des großen Schauspielhauses Theater gemacht. Den ganzen Beitrag lesen »

Festival neuer Dramatik im Münchner “Theater Halle 7″

18. Juni 2009

Bereits zum 15. Mal binnen acht Jahren startet in München ein bemerkenswertes Projekt für darstellende Künstler, bei dem nun sieben Inszenierungen von aktuellen Stücken zu sehen sein werden. Ab dem 22. Juni 2009 werden Stücke von del Corte, Dukowski, Kater, Kricheldorf, Obexer, de Weck und Wyrypajew gezeigt. In der Jubiläumsstaffel soll den “Sehnsüchten, Wünschen und Ängsten unserer verunsicherten Zeit” nachgespürt werden. Näheres zum Programm: www.inkunst.de

Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin

20. Mai 2009

 

Das Berliner Theater an der Parkaue macht uns darauf aufmerksam, dass die Einreichfrist für den Preis am 1. Juni 2009 abläuft.
Vorschlagbar sind Stücke und Produktionen aus dem Bereich Kinder- und Jugendtheater.
Hier die Ausschreibung in Kurzform: Den ganzen Beitrag lesen »

täglich ein stück weiter

19. Mai 2009

mit und zu neuer dramatik unterwegs. fortsetzung der kolumne mit einem mobilen erfahrungsbericht

(fk) lektürebedingungen am 14.5.09, 9.37 bis 15.20: in einem ice-abteil mit reservierung (wichtig!). unterwegs zu einer leseveranstaltung im südwesten. am fenster sitzt ein ostdeutscher professor mit glatze und einem arttypischen, schneeweißen bart. er beugt sich friedlich über ein buch über suprematismus, in dem viele kleine zettel stecken. ideale bedingungen also. eigentlich. Den ganzen Beitrag lesen »

Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg ausgeschrieben

18. Mai 2009

Neue Stücke für das professionelle deutschsprachige Jugendtheater gesucht

Die Arbeitsgemeinschaft (AG) der Kinder- und Jugendtheater Baden-Württemberg hat jetzt den Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg für das Jahr 2010 ausgeschrieben. Die Preissumme von insgesamt 15.000 Euro stiftet das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Mit dem Preis, einer der höchstdotierten Auszeichnungen im deutschsprachigen Kinder- und Jugendtheater, werden alle zwei Jahre neue Stücke für das professionelle Jugendtheater prämiert. Den ganzen Beitrag lesen »

Theaterförderung statt Autorenförderung?

5. Mai 2009

Rolf Kemnitzer, Dramatiker und Co-Initiator der “Battle-Autoren”, hat sich Gedanken zum geplanten Autorenförderungs-Symposion der Berliner Festspiele gemacht.

Hier sein neuester Beitrag: “Für eine Theaterförderung. – Noch nie wurden so viele Dramatiker geschult und so viele Schreibtalente präsentiert. Den ganzen Beitrag lesen »